Historik
Jäger
URSPRUNG
Die Bruderschaft der Bestienjäger, im Lateinischen Sanctum Custodis Bestiae genannt, entstand im 13. Jahrhundert im Dienst der Kirche. Die damalige Inquisition stieß auf unerklärliche Angriffe in Dörfern: Menschen, zerrissen, halb gefressen und Zeugen, die von Wölfen auf zwei Beinen berichteten.
Die Kirche sah darin keine Tiere, sondern Dämonen in fleischlicher Gestalt. So wurde der Orden gegründet, um „das Unreine zu reinigen, das Tierhafte zu verbrennen und die Schöpfung zu bewahren“. Aus Inquisitoren wurden Jäger. Aus Priestern wurden Krieger. Und aus einem Glauben wurde ein Kreuzzug, der bis heute andauert.
ZEITALTER DES FORTSCHRITTS
Das Jahr 1887 markiert eine Zeit zwischen zwei Welten: Dampfmaschinen und Elektrizität verbreiten sich, Wissenschaft verdrängt Glauben, doch in den Schatten, in den Nebeln Londons, in den dichten Wäldern Osteuropas, flackert das alte Grauen weiter. Die Kirche agiert nicht mehr offen, doch ihre Hand reicht tief: Die Bestienjäger sind ihre stille Armee, ihre unsichtbare Klinge.
Sie reisen von Ort zu Ort, unerkannt und doch gefürchtet, um Lykaner, Werwölfe, Hexen und jedes vom Fluch berührte Wesen zu jagen. Wo das Heulen in den Hügeln erklingt, folgt bald der Klang von Schüssen. Und wenn die Sonne aufgeht, bleibt nur Asche, Blut und Stille.
GLAUBE
Für die Bestienjäger ist der Kampf kein Krieg gegen die Natur, sondern ein heiliger Dienst. Sie glauben, dass die Flüche von Werwolf und Lykaner keine Krankheit, sondern Sünde sind, ein Zeichen des gefallenen Willens. „Der Wolf in Menschengestalt ist die Wunde Gottes auf Erden. Unsere Pflicht ist es, sie zu schließen, mit Silber, Feuer und Glauben.“
Selbst jene, die behaupten, die Kontrolle über ihre Bestie zu haben, gelten für sie als verflucht. Ein Lykaner kann beten, ein Werwolf kann flehen, doch beides ändert nichts. In den Augen der Jäger sind sie verlorene Seelen, die nur durch den Tod erlöst werden können.
WAFFEN & AUSRÜSTUNG
Die Jäger des Jahres 1888 sind eine Verbindung aus Glauben und Technik, aus Alchemie und Präzision. Ihre Waffen sind Symbole des Lichts in einer Welt, die vom Blut der Nacht getränkt ist.
- Silberwaffen: Jede Kugel, jede Klinge, jede Nadel wird aus geweihtem Silber gefertigt. Das Metall brennt in den Adern der Bestien, lähmt ihre Regeneration und zerstört ihre Verbindung zum Fluch. Viele Jäger tragen Patronen, die in Weihwasser und Asche getränkt wurden, um die Wunden zu „segnen“.
- Eisenhut: Eisenhut, auch Aconitum, ist das mächtigste Werkzeug der Bestienjäger. Die Pflanze wächst in kalten Regionen, meist dort, wo altes Blut den Boden getränkt hat. Sie besitzt eine paradoxe Natur: Sie kann heilen oder töten. In geringer Dosis wird Eisenhut genutzt, um Werwölfe in Menschengestalt zu schwächen, ihre Sinne zu betäuben und den Fluch für kurze Zeit zu binden. In reiner oder pulverisierter Form wird er zu einem der tödlichsten Gifte, die es für Lykaner und Werwölfe gibt. Gelangt es in den Blutkreislauf, frisst es sich in ihre Adern wie Feuer und zerstört die Verbindung zwischen Körper und Bestie. Je reiner und edler das Kraut, desto gefährlicher ist es. Viele Jäger tragen kleine Ampullen Eisenhut-Pulver bei sich, das sie in Silbermunition oder Klingenrisse einbringen. Ein Treffer reicht, um selbst den mächtigsten Werwolf in Agonie zu stürzen.
- Feuerwaffen und Mechanik: Die Jäger nutzen Repetierwaffen, Doppelläufer und modifizierte Revolver. Viele tragen dampfgestützte Mechanismen oder Schnellladungen, eine Mischung aus Mechanik und Glauben. Manche Waffen sind mit Runen aus Silber versehen, die bei jedem Schuss aufleuchten wie Gebete in der Dunkelheit.
- Weihwasser und Runen: Weihwasser wird nicht nur gesegnet, sondern auch mit Asche gefallener Bestien versetzt. In Kombination mit Runen (meist in Latein oder Altem Kirchensanskrit) soll es Flüche „entladen“ und Körper reinigen oder verbrennen.
- Mondstahl und Dolche: Einige besonders alte Waffen bestehen aus Mondstahl, einer seltenen Silber-Eisen-Legierung, die während einer Blutmondnacht geschmiedet wurde. Nur wenige Schmiede kennen das Geheimnis ihrer Herstellung. Mondstahl-Dolche gelten als heiliges Relikt und werden oft vom Vater auf den Sohn weitergegeben.
BEZIEHUNG ZU WÖLFEN
Für die Bestienjäger ist der Unterschied zwischen den beiden weniger wichtig als ihr Ursprung. Werwölfe sind für sie Flüche, Dämonen in menschlicher Haut, erschaffen aus Sünde und Blut. Sie werden ohne Zögern vernichtet.
Lykaner gelten als Sakrileg, natürliche Abweichungen, die sich selbst als „Kinder der Natur“ bezeichnen. Für die Kirche sind sie Gotteslästerer, die sich als Schöpfung des Lichts tarnen. Manche Magister bezeichnen Lykaner als „die größere Gefahr“, da sie ihren Zustand als Gabe ansehen, eine Häresie gegen den Glauben.
AUSSEHEN & SYMBOLIK
Die Bestienjäger kleiden sich dunkel, meist in verstärktem Leder mit Metallverstärkungen. Ein langer Mantel, Handschuhe, Gürtel mit Ampullen, Patronen und Symbolen des Glaubens gehören zur Standardausrüstung.
Viele tragen Masken oder Atemfilter, nicht aus Eitelkeit, sondern zum Schutz vor Fluchpartikeln und Blutdämpfen. Ihr Erkennungszeichen: Ein silbernes Kreuz, dessen Mitte eine Wolfsklaue durchstößt , Sinnbild der ewigen Jagd.
GEFALLENE
Nicht jeder Jäger bleibt ewig Mensch. Das Blut der Bestien ruft. Viele, die zu oft gekämpft, zu viel Blut vergossen haben, verlieren den Verstand oder Schlimmeres. Man nennt sie Gefallene, Jäger, die von Eisenhut und Silber nicht mehr geheilt werden können.
Einige werden selbst zu dem, was sie hassten, zu Bestien, halb Mensch, halb Wolf. Andere verschwinden im Nebel, nur um später als Schatten der Nacht wiederzukehren.