Schreibprobe, Für den Primus Custos, Eleazar

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Veyra
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Lykaner

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Re: Schreibprobe, Für den Primus Custos, Eleazar

von Veyra am 22.02.2026 18:46


Also ich glaube mal ich bin nicht die einzige die hier Sitzt und wartet auf teil zwei?

Du hast alle Elemente sehr gut übernommen und vom schriftlichen Teil her so gut umgesetzt das man das gefühl hatte ein buch zu lesen. Dazu konnte man mehr als gut die Details vorstellen. 

Von meiner persönlichen Meinung weißt du ja bereits.  Aber um das noch einmal öffentlich zu machen, 
Poste noch deinen Steckbrief wenn du einen hast und dann ab ins dir ins rpg ^-^


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Eleazar

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Re: Schreibprobe, Für den Primus Custos, Eleazar

von Eleazar am 10.02.2026 16:20

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Blut, Gewalt, Tod/Mord


𝟏𝟖𝟖𝟎, 𝕰𝖑𝖊𝖆𝖟𝖆𝖗 𝖎𝖘𝖙 𝟒𝟐 𝖚𝖓𝖉 𝖘𝖊𝖎𝖙 𝟐 𝕵𝖆𝖍𝖗𝖊𝖓 𝕻𝖗𝖎𝖒𝖚𝖘 𝕮𝖚𝖙𝖔𝖘 𝖉𝖊𝖗 𝕭𝖗𝖚𝖉𝖊𝖗𝖘𝖈𝖍𝖆𝖋𝖙

Sie erreichten das Dorf im Morgengrauen. Den schmalen unebenen Pfad hinauf hätte keine Kutsche beschreiten können, so war ihre Anreise lang und beschwerlich auf Pferderücken gewesen. Es war kaum verwunderlich, dass sich hier, isoliert von anderer menschlicher Zivilisation und umgeben von Wald und Wildnis, die Seuche ausbreitete wie Fäulnis in nassen Holz.
Eleazars Atem malte weiße Wolken in die Dämmerung, seine Lippen waren von der Kälte blau gefärbt und der eisige Wind zerrte an seinen Mantel. Er sattelte als Erstes ab, dann folgten seine Begleiter. Sie waren nun von gedrungenen Häusern, gedeckt mit dunklen Schiefer, umgeben. Nicht in allen ihren kleinen Fenstern leuchteten Öllampen und wenn man genau hinsah, konnte man ausmachen in welchen von ihnen keine Menschen mehr lebten.
Am Rand des Dorfes streckte sich der Kirchenturm den Himmel empor, aber die Mauern des Gotteshauses waren dem Verfall ausgesetzt.
"Wie gehen wir am besten vor?", fragte Simon und der oberste Wächter wandte ihm seinen Blick zu. Er war einer der jüngeren Venatoren, der erst vor kurzem seine Prüfung abgelegt hatte. Er war ehrgeizig, impulsiv, wenn Eleazar ihn vor der Jagd beobachtete, konnte er sehen wie Simons Blut kochte. Nun, seit Stunden von der Kälte bearbeitet, sah ihm der oberste Wächter jedoch vor allem seine Erschöpfung an. "Wir wärmen uns auf", antwortete er. Eleazar war ein Mann, dessen Priorität auf seiner heiligen Mission lag. Normalerweise schritt er direkt zur Tat, zögerte nicht, doch er war nicht dumm. Sie wussten kaum etwas, über ihre aktuelle Situation, kannten die Umgebung nicht und waren vor allem erschöpft und durchgefroren von der langen Anreise. Er brauchte seine Venatoren, seine Klingen, in gutem Zustand und würde keine unnötigen Risiken treffen. "Uns wird kein Eintritt verwehrt werden, einer der Dorfbewohner wird uns hinein lassen." Eleazar übergab einen seiner Venatoren das Zaumzeug seines Pferdes und nährte sich einen der Häuser, in dessen rußverschmiertes Fenster Licht brannte.
Er klopfte dreimal. Zunächst war da nur der pfeifende Wind, den er hörte, doch dann regte sich etwas im inneren. Schritte und schließlich wurde die Tür quietschend aufgeschoben. Das Gesicht einer Frau blickte ihm entgegen, sie musterte erst ihm, dann den Rest seiner Kompanie. Sie war dünn, fast schon abgemagert. Ihr Blick sagte ihm dass sie das Zeichen auf seiner Rüstung erkannte. "Wer seit ihr und was wollt ihr?", fragte sie dennoch, hielt den Blick jedoch gesenkt. Eleazar musterte sie kurz, bevor er die Stimme erhob. "Dominus vobiscum, gute Frau. Die Kirche sendet uns. Wir haben von eurer Notlage gehört und sind gekommen, um eure Gemeinschaft von der Plage der Werwölfe zu befreien." Er erkannte etwas defensives in ihrer Haltung, dennoch sprach Eleazar weiter, "wir haben einen weiten, beschwerlichen Weg hinter uns. Bevor wir uns der Lage widmen brauchen wir eine Zuflucht, um uns aufzuwärmen und um wieder zu Kräften zu kommen." Es entging seinem wachsamen Blick nicht, wie die Hand der Dorfbewohnerin die Türklinke etwas fester umschloss. Sie zögerte ein paar Sekunden, bevor sie den Mund öffnete. "Entschuldigen Sie meine Herren, der Winter war hart zu uns. Ich habe weder Kapazitäten, noch Essen, um euch zu versorgen." Sie versuchte die Tür zu schließen, doch Eleazar war schneller und schob seinen Fuß dazwischen.
"Wir haben einen weiten Weg hinter uns und benötigten eine Zuflucht", wiederholte er, diesmal mit Nachdruck. Ihm war kalt, seine Muskeln schmerzten und er glaubte seine Zehen nicht mehr zu fühlen. Er hatte kaum die Energie übrig, um mit dem Dorfgesindel zu diskutieren, bis sie von ihnen hineingelassen wurden. Sicherlich war der Winter für sie alle hart gewesen, dazu kam noch diese Plage - zu teilen konnten sie sich vermutlich kaum leisten. Obwohl Eleazar dies im Grunde verstand, war er doch gleichermaßen erzürnt darüber, wie die Bruderschaft hier empfangen wurde. Es hatte Zeiten gegeben da waren sie mit Dankbarkeit überschüttet wurden, wo immer sie auftauchten. Nun konnte er nicht anders, als sich zu fragen, ob die verfallenen Mauern der Kirche ein Sinnbild dafür waren, dass diese Gemeinschaft ihre christlichen Werte vergessen hatten.
"Wir haben unseren eigenen Proviant mit, ihr müsst kein Essen mit uns teilen. Wir sind gekommen um euch von diesen Fluch und euren Leid zu erlösen, daher bitte ich euch uns hereinzulassen." Die Bewohnerin gab schließlich, nach kurzem überlegen, nach und öffnete die Tür für sie. "Der Herr wird es euch danken." Sie antwortete nicht direkt, sah stattdessen zu den Pferden. "In unseren Stall könnt ihr die Pferde unterbringen...es ist genug Platz, viele unserer Tiere haben den Winter nicht überlebt...oder die Angriffe." Eleazar nickte, wies einen der Venatoren an, sein Pferd für ihm mitzunehmen und betrat anschließend das Haus, bevor es sich die junge Frau anders überlegen konnte.
Als die anderen eintraten, hatten Eleazar den Kamin bereits angesteckt und nahm gerade auf einen der davor positionierten Stühle platz. Die Besitzerin des Hauses hielt sich im Hintergrund, ließ ihn jedoch nicht aus den Augen. "Euer Leiden wird bald ein Ende haben.", versprach er, doch sie schnaubte nur. "Das wurde uns schonmal versprochen", erwiderte sie und Eleazar horchte auf, seine Augen wurden schmal. Auch andere der gerade eingetretenen Jäger drehten sich zu ihr um, wechselten stumm Blicke. "Was soll das bedeuten?", harkte er nach. Die plötzliche Aufmerksamkeit war ihr eindeutig unangenehm, sie verschränkte die Arme vor der Brust. "Vor euch gab es schon andere Bestienjäger, sie kamen, sagten sie würden uns retten, kehrten aber nie zurück." Eleazar spürte, wie sich die Blicke seiner Kompanie auf ihm richteten - heiße Wut stieg in ihm auf und er spürte, wie sich sein Kiefer anspannte. Wieso hatte ihn niemand darüber informiert? Hatte das niemand für notwendig gehalten?! Konstantin, einer seine Inquisitoren, durchbrach schließlich die stille "Custos, wusstet ihr...?" "Nein.", er presste die Lippen aufeinander. "Wie viele waren es und wie lange ist es her?", verlangte er zu wissen. Die Frau schien erschrocken über Eleazars plötzliche Wut, "I-ich weiß nicht mehr, vielleicht waren es 6? Es ist kein Monat her." Es herrschte eine betroffene Stille, nur das knistern des Feuers war zu hören, ehe schließlich Svan, einer der Venatoren, das Wort erhob, "Es müssen Valentine und die anderen gewesen sein", es war eine Feststellung, keine Frage. Es war ein wenig über 2 Monate her, dass ihm Bischof Benedict gebeten hatte, eine Gruppe Venatoren zu entsenden, die ihm und seinen Magister Vorort dabei helfen sollten, einen Werwolf lebendig zu fangen. Es ging um den Test eines neuen Serums. Eleazar hatte schon länger auf einen Lagebericht des Bischofs gewartet, doch sich über die ausbleibende Antwort nicht gewundert. Projekte wie diese konnten eine ganze Weile dauern, das Wetter war beschwerlich und der Postweg lang. Er sah dabei zu wie einige der Venatoren ein leises Gebet aussprachen, Simon war ganz blass geworden. In der Gruppe waren Venatoren gewesen, die gemeinsam mit ihm Novizen gewesen waren. "Ich werde persönlich in Erfahrung bringen, wer hierfür zu Verantworten ist", erhob Eleazar schließlich das Wort, seine Stimme war kalt. Wer auch immer veranlasst hatte, ihm in Unwissen zu lassen, würde persönlich dafür bezahlen. "Unsere Aufgabe bleibt jedoch dieselbe, wir sind hier, um dieses Dorf von den Bestien zu befreien. Es gibt nichts was uns von unserer heiligen Mission abhalten kann.", einstimmiges Nicken, auch wenn ein paar der jüngeren Venatoren teilweise zögerten. "Nutzt die Zeit, um euch aufzuwärmen und für eure gefallenen Brüder und Schwestern zu beten. Möge Gott uns beschützen und leiten." Wenn Venatoren aus einen Kampf nicht zurückkehrten bedeutete das entweder das sie nun bei Gott waren, oder dass sie zu dem geworden waren, was sie geschworen hatten zu vernichten. Als Eleazar die Augen schloss, betete er das ihre gefallene Brüder und Schwestern das erste dieser Schicksale ereilt hatte.

"Es ist schwierig zu sagen wie viele es tatsächlich sind, insgesamt wurden 3 Dorfbewohner gebissen, ein Mann, zwei Frauen. Es ist ungewiss, ob es ein einzelner Werwolf war der sie verwandelt hat.", Sie waren alle in einen Raum versammelt. Nachdem die Sonne vollständig aufgegangen war, hatte Eleazar seine Venatoren aufgeteilt, um die verbliebenen Dorfbewohner zu befragen, jede Information war entscheidend. "Was ist mit den Dorfbewohnern passiert?", fragte er weiter, "Sie wurden aus dem Dorf gejagt", lautete die Antwort, "uns wurde versichert, das ihnen keiner hier Obhut gewähren würde, doch...vielleicht müssen wir das nochmal überprüfen." Eleazar nickte, emotionale Bande machten die Menschen blind. Er hatte schon viel gesehen: Ein Mann, der den Biss seiner Liebsten verheimlicht hatte und am Ende selbst mit seinen Leben dafür bezahlte; eine Mutter, die den Biss ihres Sohnes verbarg und ihn vor Vollmond Nächten in den Wald brachte, in der Hoffnung dass sie so seinen Fluch verheimlichen konnte. In Wirklichkeit konnte man den einstigen Mensch jedoch nur durch den Tod von seinen Fluch erlösen. "Gibt es irgendwelche Vermutungen darüber, wo sie sich aufhalten?" Fragte er weiter. "Es gibt eine verlassene Holzfällersiedlung im Wald, die Dorfbewohner halten es für den wahrscheinlichsten Unterschlupf." "Irgendwelche Anzeichen von Lykaner?" "Keine." Eleazar nickte. "Gut." Es war ohnehein unwahrscheinlich, doch Rudelstrukturen waren sehr vielfältig, daher war die Anwesenheit von Lykanern nie völlig auszuschließen. "Unserer Vorteil liegt darin, dass wir erst Halbmond haben, ihre Käfte sind also moderat. Sie wissen noch nicht, das wir hier sind, sind also noch nicht auf einen Kampf vorbereitet. Unser Nachteil ist zu einem das Terrain, sie kennen dieses Wald, wir nicht. Zudem wissen wir weder wieviele es tatsächlich sind, noch wo genau sie sich aufhalten, auch wenn ich die alte Holzfäller Siedlung für ein realistisches Lager halte." Es herrschte einige Sekunden Stille, bevor es Simon war, der etwas sagte. "Eine unserer Schwächen liegt auch darin, dass Gefallene unter ihnen sein können." Eleazar fixierte den jungen Venator für eine kurze Weile, bevor er schließlich zustimmend nickte, "Ja. Gefallene kennen unseren Kampfstil, unsere Mittel und wie wir denken, auch das ist etwas, vor dem wir uns in Acht nehmen müssen." Er wusste, dass das nicht war, was Simon gemeint hatte. "Macht euch alle bereit zum Ausrücken." Späher auszurücken war zu riskant, sie konnten keine Männer verlieren oder riskieren dass die Werwölfe sie bemerkten. "In einer halben Stunde brechen wir auf."
Zustimmende Stimmen, die Venatoren brachen auf, um ihre Ausrüstung zu überprüfen und ihre Waffen bereit zu machen. Als Simon den Raum verlassen wollte, hielt Eleazar ihn auf. "Bleib kurz, mein Junge." Simon tat, wie ihn befohlen, richtete sich etwas auf, "Ja, Sir?" Eleazar musterte ihm kurz aus seinen grünen Augen. "Ich weiß welch Zweispalt dich plagt und ich weiß auch, dass es eine von Gottes schwersten Prüfungen ist, die er für uns Venatoren bereit hält." Simon senkte etwas den Blick, "Ich weiß nicht was- Sie waren meine Brüder und Schwestern, ich bin mit ihnen aufgewachsen", sein Kiefer spannte sich an, "Sie sind gute Christen." Wieder nickte Eleazar. "Du hast recht mein Junge, dass waren sie. Doch du musst dich an den Schwur erinnern, den du, aber auch sie abgelegt haben." "Ich habe Angst, dass ich den Schwur nicht mehr einhalten kann, wenn ich ihnen begegne", gab Simon zu und der oberste Wächter seufzte leise. "Unsere heilige Mission ist es, die Menschen vor dem Fluch der Werwölfe zu retten", er legte eine Hand auf die Schulter des jüngeren, "doch das ist nicht alles was wir tun, wenn wir Werwölfe töten, retten wir sie auch vor sich selbst. Unsere Jagd ist Barmherzigkeit. Wir erlösen sie." Simon schien darüber nachzudenken und hob schließlich den Blick. "Wir werden sie erlösen."

Sie bewegten sich langsam durch den unbekannten Wald. Eleazar führte ihren Trupp an, in seiner Hand ruhte sein Repetiergewehr, dessen Silberkugeln er zusätzlich mit Eisenhut eingerieben hatte. Für den Fall, das es zu einem Nahkampf kam, hatte er sich mit seiner Klinge, ein silbernes Kurzschwert, und seinen vertrauten Mondstahldolch, der ihm nicht zum ersten Mal das Leben retten würde, ausgerüstet. "Wir umstellen die Lichtung", lautete das Kommando, während die kleinen, hölzernen Häuser langsam in Sicht kamen. Es war niemand zu sehen, doch aus den Schornsteinen qualmte es. Eleazar hob die Hand, sie blieben stehen. Er wollte gerade genaueres Kommando zur Aufteilung geben, als zu seiner linken ein Heulen ertönte. Eine Warnung an das Rudel. Er verlor keine Sekunde, zielte und traf den riesigen Wolf, welcher in Agonie aufheulte. Er versuchte zu Flüchten, doch Silberne Munition Eleazars anderer Jäger durchlöcherten das Biest, sodass kein Zweifel bestand, dass der Wolf tot war, als er zu Boden fiel.
Die Ablenkung hatte jedoch genügt, um den anderen Werwölfen eine Chance zur Flucht zu ermöglichen. Aus den Hütten flüchteten andere Werwölfe ein paar in Wolfsgestalt, andere in Menschengestalt. "Feuer!" Schüsse hallten durch den Wald, Chaos brach aus. Eleazar sah eine Frau zu Boden fallen, eine andere versuchte ihr aufzuhelfen, doch kurz darauf beendete eine Kugel ihr Leben. Ein anderer Mann traf eine Kugel in den Rücken. Die Wölfe waren flink genug, um den Patronen auszuweichen und tiefer in den Wald zu flüchten. "Wir verfolgen sie!", klang seine Stimme klar und gebieterisch durch den in Chaos versunkenen Wald. "Wir teilen uns in Gruppen auf, niemand zieht allein los. Seit auf der Hut, es könnte ein Hinterhalt sein. Ruht nicht bis jeder einzelne von ihnen vernichtet wurde!", Zustimmende Rufe, sie spalteten sich in zwei Gruppen auf. Die Jagd war eröffnet.
Es waren er, Simon, einer seiner Inquisitoren und ein anderer Venator. Sie fanden als erstes die Blutspuren, dann Abdrücke. "Fußspuren, menschliche und tierische", stellte Eleazar fest nachdem er die Abdrücke im Schnee untersucht hatte. "Sie scheinen zusammen unterwegs zu sein, eine Gruppe aus 6. Mindestens einer von ihnen ist verwundet." Kalter Wind wehte ihnen entgegen, er würde bald die Spuren verwischen, wenn sie sich nicht beeilten. Sie nahmen also Tempo auf, ihre Formation dabei beibehaltend. Tiefer im Wald fanden sie aufgewühlten Schnee und abgebrochene Äste, die Blutspur führte weiter entlang und endete in einer Mulde. Dort war der verwundete Werwolf abgelegt wurden, er war in Menschengestalt. Sein Atem ging flach und Eleazar sah wie tiefrot sich der Schnee um ihm herum gefärbt hatte. Er würde bald verbluten. "Sie können nicht weit sein." Simon sprang auf, packte den Werwolf am Kragen. "Wo sind die restlichen?" Doch der Mann war kaum noch bei Bewusstsein. Plötzlich sprang etwas aus dem Wald heraus. Ein Wolf stürzte sich auf einen der Venatoren, dann folgten die anderen. Eleazar zielte auf einen, der seinen Venator zu Boden drückte, doch wurde abgehalten, als er sah das einer der Wölfe ihn anvisiert hatte. In übernatürlicher Geschwindigkeit preschte das Biest auf ihn zu, wich einen seiner Schüsse aus. Der Wolf sprang auf ihn, die Luft wich aus Eleazars Brust als er gewaltsam zu Boden gedrückt wurde. Für eine Sekunde war er wie gelähmt, Krallen rissen an seiner Rüstung, stießen jedoch nicht auf Haut. Die Bestie versuchte zuzuschnappen und Eleazar kam wieder zu sich. So schnell er konnte, riss er das Repetiergewehr hoch, den Kolben voran, und schlug heftig zu. Er spürte den dumpfen Aufprall, der Wolf heulte und riss den Kopf zurück. Für einen kurzen Moment ließ der Druck auf seiner Brust nach - es genügte, um nach seinen Dolch zu fassen. Er stach zu, es war keine Zeit für einen präzisen Stich, er musste dieses Biest nur irgendwie von sich runter bekommen. Der Wolf heulte vor Schmerzen, als das Silber durch sein Fleisch schnitt, taumelte weiter nach hinten und ermöglichte es Eleazar so, zur Seite zur rollen und den auf ihn hinab fahrenden Krallen auszuweichen. Er kam auf die Beine, zog sein Schwert. Der Wolf drehte sich in seine Richtung, den Kampf nicht aufgeben wollend und versuchte ihn erneut umzuwerfen, diesmal aber wich Eleazar ihn, in Schritten, mit denen er halbe Umdrehungen vollführte, aus und lies die Klinge über sein Gesicht fahren. Geblendet und nun völlig orientierungslos, taumelte der Wolf und Eleazar nutzte die Chance um ihm sein Schwert tief in die Seite zu stoßen, herauszuziehen und ein zweites mal zuzustechen.
Der Wolf fiel jaulend zu Boden und blieb zuckend liegen. Er war nicht tot, doch die Wunden waren so tief, das Eleazar sich sicher war, dass die Bestie schnell verbluten würde. Er hatte keine Zeit für einen Gnadentod. Um ihm herum herrschte Chaos, ein anderer Wolf war bereits zu Boden gegangen, doch auch sein Venator lag leblos im Schnee. Eleazar wandte sich Simon zu, der mit einen der Wölfen rang. Ein präziser Schnitt genügte, um das Biest zum aufheulen zu bringen und die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Simon nutzte derweilen die Chance um etwas Abstand zu gewinnen und sein Gewehr zu packen. Eleazar wich den Attacken des Wolfes koordiniert aus, er ließ die Klinge immer wieder auf ihn hinab fahren und versuchte den Wolf gezielt in Simons Schusslinie zu lenken. Ein dumpfer Knall ertönte und die Kugel traf das Biest an den Vorderläufen. Heulend kam es ins wanken und Eleazar nutzte die Chance, um zuzustechen und sein Leben zu beenden. Es war der letzte hier verbliebene Wolf, als er sich umsah, stellte Eleazar fest, dass sein Inquisitor die Verfolgung des letzten aufgenommen hatte. Schwer atmend hielt der oberste Wächter dann inne, bevor er die Klinge wieder herauszog. Der Boden war Blutgetränkt, vom Weiß des Schnees war um sie herum nichts mehr zu sehen. Er blickte zu Simon, wollte den Mund öffnen, doch in diesem Moment stürzten zwei menschliche Gestalten auf sie zu. Sein Schwert parierte erst eins, dann das zweite Silberschwert und Eleazar fand sich in die Augen des ehemaligen Venators Valentine starren. Er wich geschickt zurück, die beiden Gefallenen hatten sich beide auf ihn fixiert. Sie kannten seine Angriffsmuster, konterten seine Schläge. Bald war der oberste Wächter gezwungen immer weiter zurück zu weichen und nur noch zu parieren. "Simon!" Rief er, doch der junge Venator stand da wie versteinert, scheinbar unfähig, sich zu rühren. "Simon, wir wollen nicht kämpfen, aber er wird uns töten, wenn wir es nicht tun." Rief Valentine ihn zu und schrie kurz darauf auf, als es Elazar gelang ihm mit einen Schlag ins taumeln zu bringen und anschließend das Schwert quer über sein Bein zu ziehen. Doch es erforderte sein Tribut. Der andere Gefallenen erwischte ihm mit der silbernen Klinge, sodass Eleazar weiter zurück fallen musste. Er fand seinen Rücken gegen den Stamm eines Baumes treffend, weiteres ausweichen nach hinten war unmöglich. Gerade wollte er sich gegen einen nächsten Schlag wappnen, als plötzlich ein Schuss ertönte. Eine silberne Kugel durchbohrte den Schädel des vor ihm stehenden Gefallenen und der Mann fiel sofort leblos zu Boden.
Simon stand regungslos da, sein Gewehr rauchte noch.
Für eine Sekunde war es so, als wäre die Welt eingefroren, doch dann knirschte der Schnee, als Valentine sich umdrehte und zur Flucht ansetzte. Ohne zu zögern folgte ihm Eleazar, diesmal wartete er nicht darauf, das Simon schoss.
Valentine war langsamer, die Wunde setzte ihm zu, dennoch schien ihm das Adrenalin weiter anzutreiben, egal wie aussichtslos die Flucht war. Es dauerte nicht lange, bis der Gefallene in seiner Hast stolperte und fiel. Er versuchte, sich aufzurichten doch Eleazar war schneller. Sein Stiefel traf die Schulter, mit einem Schritt nach vorne und seinem ganzen Körpergewicht, presste er die verwundete Bestie zu Boden. "Bitte, Bitte! Custos! Eleazar! Ihr kennt mich! Bitte lasst mich leben, ich flehe euch an", begann er nun zu wimmern und wand sich unter Eleazars Fuß. Der oberste Wächter musterte ihn für einen Moment. Das Flehen fand bei ihm keinen Anklang.
"Sieh an, was aus dir geworden ist. Du hast deine Bruderschaft verraten, deinen Schwur gebrochen."
"Ich hatte keine Wahl! Ich wollte nie zu dem werden, was ich bin!", er schrie, umfasste Eleazars Fuß und versuchte, ihn irgendwie von sich runter zu bewegen. Sein Versuch war vergebens. "Ich wollte leben! Ist das so falsch?!" Eleazar verbrachte keine Zeit mehr damit, auf das armselige Flehen einzugehen.
"Allmächtiger Gott,
der allein Richter unserer Seelen ist,
blicke auf diesen Unglücklichen hinab,
dessen Geist und Menschlichkeit vom Fluch genommen wurde,
Nur du allein sollst über seine Seele richten,
In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti."
Er zielte die Klinge auf das Herz des Werwolfs, der verzweifelte Schrei tönten schrill in seinen Ohren, als er zustach.
"Amen."
Mit weit geöffneten Augen blickte ihm Valentine entgegen, sein Schrei erstarb. Der oberste Wächter sah so lange auf ihn hinab, bis das Leben aus seinen Augen gewichen war. Erst dann gab er ihn frei und wandte sich ab.
Er hörte Schritte, es waren Simon und sein zurückgekehrter Inquisitor. "Der andere Werwolf wurde erledigt?" Fragte er, sich von den Toten abwendend. Sein Inquisitor nickte, "Er wurde von seinen Leid erlöst Custos. Ich bin auf den Weg auf die anderen gestoßen, sie haben den Rest des Rudels ausgelöscht."
"Verluste?"
"Keine weiteren, soweit ich sehen konnte, Custos"
Eleazar seufzte, einen ihrer Venatoren hatten sie bereits verloren, doch es schien so als hätte Gott die vor weiteren Verlusten bewahrt.
"In Ordnung, sammelt ihre Körper und verbrennt sie." Der Inquisitor nickte und kehrte um, um die Befehle weiterzugeben. Simon blieb stehen, den Blick gesenkt und Eleazar trat auf ihn zu, um ihm die Hand auf die Schulter zu legen. "Du hast gezögert, aber letztendlich gehandelt, das richtige getan. Darauf kannst du stolz sein." Simon hielt den Blick gesenkt, "Können wir sie begraben?" Fragte er leise und Eleazar seufzte, er wusste das Simon von den beiden Gefallenen redete. "Ich fürchte, diese Ehre kann ich Verrätern nicht gestatten.", erwiderte er nur, "Sie waren einst gute Christen, doch sie haben die Bruderschaft verraten und sich gegen uns gestellt." Simon nickte leicht, als hätte er mit dieser Antwort bereits gerechnet. Eleazar wollte sich schon zum Gehen wenden, doch Simon erhob erneut das Wort. "Wird es einfacher?" Der oberste Wächter zögerte, blickte zu Valentines Leiche hinüber. Eine Weile schwieg er, hörte dem Wind dabei zu, wie er durch den Wald wehte. "Ja, wird es."

Das Feuer hatte hell gelodert. Die Asche wurde aufgesammelt und gründlich verstaut, erst dann machten sie sich auf den Rückweg zum Dorf. Gründliche Untersuchungen wurden an den Dorfbewohnern durchgeführt, doch - Gott sei es gedankt - wurden kein weiterer Werwolf in ihren Reihen gefunden. In den folgenden Tagen wurden die Wälder erneut durchstreift, so lange bis sie sich sicher sein konnten, das keiner der Biester überlebt hatte. Der Wald war gereinigt, die göttliche Ordnung wieder hergestellt.
Ihr gefallener Bruder wurde auf den Friedhof beerdigt und Eleazar gab vor ihrer Abreise eine Predigt in der zerfallenen Kirche. Er appellierte an die christlichen Werte der Dorfbewohner und verkündete, dass er bald jemanden schicken würde, der sich um die Rekonstruktion der Kirche kümmern würde. Es gab noch Hoffnung für diese Gemeinde.
Erst nach all dieser getaner Arbeit sattelten die Mitglieder des Ordens ihre Pferde, um die Rückreise anzutreten. Eleazar ritt voran, sobald sie zurück in London waren, würde er in Erfahrung bringen, wer für die Verheimlichung der zuvor eingetroffenen Venatoren verantwortlich war. Es wartete noch viel Arbeit auf ihn.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.02.2026 11:17.

Veyra
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27, Weiblich

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Beiträge: 188

Schreibprobe, Für den Primus Custos, Eleazar

von Veyra am 05.02.2026 16:15

Um zu sehen ob du als diese hohen Rang natürlich geeignet bist,  bekommst du einen Szene Vorgegeben auf die du mit deinem Charakter zu reagieren hast.

Du kannst dir Zeit lassen 
Du kannst einen langen Text / Buch schreiben
Du kannst zu den Vorgaben natürlich noch viel mehr zu dichten, Hauptsache die vorgegeben sachen kommen vor.

Die Szene:

1880,
Die Kirche Schickte den Primus, einige Henker und Venator aus London herraus in eine kleines Dörfchen. 
Dort soll sich die Seuche der Werwölfe ausbreiten.
Erfahrene Werwölfe, Frisch gebissen Werwölfe die viel zu impulsiv sind und dadurch gefährlich. 
Auftrag lautet, die Bestien finden und ausrotten,  jedliche spur ihrer Existenz verbrennen. Was die Kirche verschwieg? Sie schickten zuvor auch einen Trupp Jäger dort hin der aber nie zurück kam.

•Es ist ein eisiger Winter, der Trupp ist erschöpft und halb erfroren.
•Die Werwölfe sind zahlreich überlegen und kennen die Umgebung,  hinterhalte können kommen. 
•Unter den Werwölfen findet man bekannte Gesichter,  Jäger die den Biss bekommen habe.


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